Kann man Singen lernen?

Musikalität wird überschätzt

Kann man Singen lernen?

Singen lernen macht Spaß

Die meisten Menschen glauben, dass man Singen nicht erlernen kann. Singen kann man oder kann man eben nicht – denken sie. Klar – wenn man schon singen kann – dann kann man auch etwas an der Stimme verbessern oder neue Lieder lernen. Doch nur wenige kommen auf die Idee, singen zu lernen, wenn sie anfangs schief singen oder eine bestimmte Höhe nicht erreichen können. Dann hat man eben kein Talent – Ende der Geschichte.
Vielen Menschen leider aber darunter, in der Kategorie „unmusikalisch“ gelandet zu sein. Sie würden gerne singen und haben auch Spaß daran, wenn sie keiner hört, unter der Dusche oder im Auto (heimlich) zu singen. Denn Singen ist eine Form des Selbstausdrucks, der unglaublich befreiend ist. Darauf will eigentlich niemand gerne so ganz verzichten.
Die meisten angeblich „Unmusikalischen“ wurden schon früh im Schulchor aussortiert oder in der Familie gehänselt, obwohl sie gerne singen. Der Stempel „unmusikalisch“ ist also weniger damit verbunden, dass es einem selbst keinen Spaß macht zu singen, sondern dass andere es offenbar als Zumutung empfinden, wenn sie schiefe Töne ertragen müssen. Musikalität wird daher auch meist mit der Fähigkeit des Gradesingens verbunden. Dass man zum Beispiel wegen einer zu schrillen Stimme als unmusikalisch empfunden wird, ist – solange man nur die Töne trifft – eher unwahrscheinlich.
Doch ist dies wirklich ein Zustand, der angeboren ist und unveränderlich feststeht?
Kann man das Gradesingen erlernen?
Sicherlich stimmt es, dass wir auch von dem geprägt sind, welche musikalischen Erfahrungen bereits in der Familie an uns weiter gegeben wurden. Allerdings können auch diese Möglichkeiten entweder verkümmern oder sie können geschult werden. Und umgekehrt ist es auch möglich, nach Generationen von Vorfahren, die sich nicht mit Musik oder dem Singen beschäftigt haben, erstmals damit anzufangen.
Wenn wir mal in einen Kindergarten gehen, können wir beobachten, dass es Unsinn ist, zu glauben, dass das Talent zum Singen angeboren sei. Dass Kinder von Anbeginn ihre „Musikalität unter Beweis stellen, indem sie grade singen oder dass man schon mit einer Naturstimme auf die Welt kommt, ist ein Gerücht. Die meisten Kinder singen anfangs schief – Übung macht eben auch hier den Meister oder die Meisterin. Leider benötigt man dazu aber auch gute Stimmvorbilder.
Aber hier gibt es eine erschreckende Entwicklung – heutzutage können auch viele Erwachsene nicht mehr frei und locker singen wie in früheren Zeiten, wo auf allen Festen getanzt und gesungen wurde. Denn die meisten Erwachsenen orientieren sich bei ihrer Art zu singen zum Beispiel an der heutigen Pop- und Rockmusik. Da in diesen Stilrichtungen oft sehr viele Spannungen beim Singen verwendet werden und das Singen in einer leichten und lockeren Kopfstimme nicht zulassen wird, lernen auch Kinder eher ein Gröhlen und kein entspanntes Singen in der Kopfstimme mehr, so dass viele Menschen bereits im Kindesalter Stimmstörungen entwickeln.
Diese Verspannungen, die sich durch das Nachahmen falscher Stimmtechniken oder durch die Angst, falsch oder hässlich zu singen, bilden, sind meist die eigentliche Ursache für falsches Singen.
Diese Verspannungen kann man zum Beispiel mit der Stimmig-sein- Methode® wieder abbauen. Diese ist eine funktionale Stimmpädagogik, die dabei hilft, die Stimme mit all ihren Möglichkeiten benutzen zu können. In der Stimmig-sein-Methode® lernt man, wieder neu auf die eigene Stimme zu achten und dabei insbesondere Merkmale einer gesunden – einer „funktionalen“ – Stimme zu erkennen. Diese Merkmale einer funktionalen Stimme sind unter anderem das Vibrato der Stimme und die Fähigkeit, bestimmte Obertongruppen im Gesangsspektrum auszubilden. Man nennt diese Obertongruppen Gesangsformanten (oder Sängerformanten). Diese Gesangsformanten sind Obertongruppen, welche im Bereich von 3000, 5000 und 8000 Hz im menschlichen Ohr verstärkt werden und im eigenen Gesangsspektrum nachgeahmt werden können. Erscheinen die Gesangsformanten in der Stimme, klingt eine Stimme brillant und tragfähig. Diese Brillanz und auch das Vibrato haben aber auch noch andere Auswirkungen:
Über neurologische Wege wirken sowohl das Vibrato als auch die Gesangsformanten tonusregulierend im gesamten Körper – also auch in der Kehlkopffunktion und im Bereich der Haltung und Atmung. Das bedeutet, dass bestehende Überspannungen und Unterspannungen in den Muskeln ausgeglichen werden. Der Klang wird klar und tragfähig und – ganz wichtig – unangestrengt in allen Stimmlagen. Jetzt erst kommt das Training des „Gradesingens“ ins Spiel: denn wenn die Stimme flexibel ist, kann man sich auch um das Einstellen der richtigen Tonhöhe kümmern.
Ohne Verspannungen und ohne die Angst, nicht singen zu können, wird Singen dann ein Kinderspiel!

Uta Feuerstein, Stimmig-sein-Institut für Gesang, Sprechstimme & Psyche, Köln, www.stimmigsein.de

Das Stimmig-sein-Institut für Gesang, Sprechstimme & Psyche bietet Gesangs- und Sprechstimmunterricht sowie psychologische Beratungen an.
Fachliche Leiterinnen sind Dipl.-Sprachheilpädagogin und Sängerin Uta Feuerstein und Dipl.-Psychologin Uta Himmelmann.
Außerdem ist es ein Fortbildungsinstitut für Weiterbildungen in der Stimmig-sein-Methode, welche sowohl neueste funktionale Stimmerkenntnisse als auch psychologisches Fachwissen rund um das Thema Stimme vereint.
Die Arbeit rein mit der Stimme – also Gesangsunterricht, Stimmbildung und Stimmtherapie wird von Uta Feuerstein durchgeführt.
Psychointegrale Stimmbildungsstunden bieten beide Fachkräfte an.
Die rein psychologischen Beratungen – ohne Bezug zur Stimme – werden rein von Dipl.-Psycholgoin Uta Himmelmann durchgeführt. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Beratung von Paaren und Einzelnen in Umbruchsituationen.

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